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Warum keine Gruppen
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Aber Welpen müssen doch sozialisiert werden...
Vielleicht wundern Sie sich: "Aber Welpen müssen doch sozialisiert werden!"
Ja, das müssen sie. Aber Sozialisierung bedeutet nicht "Dauerparty mit Artgenossen".
Die Wahrheit über Gruppenstunden:
- Erziehung ist so einzigartig wie jeder Mensch und jeder Hund. Alle Hunde haben ihren eigenen Entwicklungsstand, lernen in ihrem eigenen Tempo und leben in einem ganz individuellen Familienumfeld. Ihr Hund muss lernen sich in Ihren persönlichen Alltag zu integrieren. Auf dem Hundeplatz wird er nicht sein Leben verbringen.
- Erziehung unterscheidet sich deutlich von Ausbildung. Ein Familienhund benötigt in erster Linie Erziehung.
- Erziehung ist die Basis, das Fundament, auf dem später die Ausbildung aufgebaut werden kann.
- In der Lerntheorie ist man sich darüber einig, daß neue Inhalte zu Beginn in einer möglichst ablenkungsfreien Umgebung geübt werden sollen - ein Gruppentraining ist nicht ablenkungsarm!
- Sozialisierung auf Sie: Die wichtigste Bindung ist die zu Ihnen, nicht die zu fremden Hunden. Echte Sozialisierung bedeutet "Gesellschaftsfähigkeit" - und die lernt man im echten Leben, nicht im eingezäunten Kreis.
- Kommunikation bedeutet auch respektvoll die Individualdistanz des Gegenübers zu achten – das ist in wildem Spiel (sofern es denn eines ist) mit mehreren Hunden nicht möglich.
- Gruppen erzeugen Emotionen. Wenn die erste Erfahrung eines Welpen mit Artgenossen die ist, eine riesige Party zu feiern, fällt es dem Hund später schwerer sich trotz Anwesenheit anderer Hunde auf seinen Menschen zu konzentrieren.
- Selbst bei gut geführten Welpengruppen besteht die Gefahr, daß der Hund grobes Spielverhalten lernt.
- Gruppentraining stört die Eins-zu-Eins-Bindung
Erziehung vs. Ausbildung (der feine Unterschied)
Hä? Ist das nicht das gleiche?
Wussten Sie, dass ein Hund, der perfekt "Sitz" und "Platz" kann, trotzdem unerzogen sein kann?
1. Ausbildung (Formelles Lernen)
Das sind Kunststücke wie Sitz, Platz oder Agility. es ist das Abfragen von Kommandos. Das funktioniert oft über Belohnung und Wiederholung
2. Erziehung (soziales Lernen)
Das ist das Fundament. es geht um Hausstandsregeln und Lebensregeln. Wie verhalten wir uns, wenn Besuch kommt? wie gehen wir entspannt an der Leine?
Mein Ansatz: Wir kümmern uns erst um das soziale Lernen. wenn das Fundament aus Vertrauen und Orientierung steht, braucht es oft gar keine mühsame "Ausbildung" mehr - weil Ihr Hund Ihnen ganz natürlich folgt.
3. Kommunikation statt Konditionierung
Hunde sind Meister darin, uns zu beobachten. Sie lernen nicht durch Kommandos, sondern durch unsere Ausstrahlung, unsere Ruhe und unsere Konsequenz.
Warum das soziale Lernen (Beobachten & Nachahmen) so wichtig ist:
- Vorbildfunktion: Ihr Hund lernt durch Ihre Reaktion. Wenn Sie ruhig bleiben, lernt er, daß die Umwelt sicher ist.
- Vertrauen statt Bestechung: Ein Hund, der Ihnen vertraut, braucht keinen Keks, um sich sicher zu fühlen. Er orientiert sich an Ihrer Körpersprache.
- Freiwilligkeit: Ein "angeschlossener" Hund zeigt gewünschtes Verhalten von sich aus, weil er die Familienbande schätzt - nicht, weil er eine Gegenleistung erwartet.
Hundeerziehung darf einfach sein, wenn wir aufhören, sie kompliziert zu trainieren.
